Karl der Käfer wurde doch gefragt... 

Was ist ein Baum? 
Wikipedia sagt „Ein Baum ist eine verholzte Pflanze, die aus einer Wurzel, einem daraus emporsteigenden hochgewachsenen Stamm und einer belaubten Krone besteht.“ Aber Bäume sind auch wunderschöne, äußerst nützliche Lebewesen. Sie spenden uns Schatten an heißen Sommertagen und versorgen uns mit lebensnotwendigem Sauerstoff. Mit dem Blattfarbstoff Chlorophyll und der Sonne als Energiequelle erzeugen sie aus Kohlendioxid und Wasser wichtige Nährstoffe, die sie zum Leben brauchen. Als „Abfallprodukt“ wird Sauerstoff freigesetzt, den wir wiederum zum Leben brauchen. Eine einzige 120 Jahre alte Buche kann bis zu 3,5 Tonnen CO2 speichern. Alle Deutschen Wälder haben zusammen ca. 4,4 Milliarden Tonnen gespeichert. Bäume und damit unsere Wälder sind folglich zur Reduzierung unseres CO2 Ausstoßes von immenser Wichtigkeit. 

Doch Bäume und Wälder bergen auch viele Geheimnisse. Nachzulesen in dem Buch „Das geheime Leben der Bäume“ von Peter Wohlleben.  Anschaulich geschrieben und ein empfehlenswertes Buch für alle Baum- und Waldliebhaber. Bäume und der Wald als Ganzes sind faszinierende Lebensräume. Hätten Sie gedacht, dass Bäume miteinander kommunizieren und sich gegenseitig helfen? Dies geschieht sowohl über die Wurzeln als auch über Pilze, die in einem Geflecht miteinander verbunden sind. So kann ein einziger Pilz in wenigen Jahrhunderten Wälder über viele Quadratkilometer miteinander verbinden. Beginnen nun Schädlinge an einem Baum des Waldes zu fressen, bildet dieser Baum zunächst einmal Gerbstoffe, die dem Insekt die Mahlzeit „vermiesen“. Sofort werden aber auch Duftstoffe über den Wind und Botenstoffe über die Wurzeln bzw. den Pilz an alle anderen Bäume der gleichen Art weitergeleitet, damit auch diese Gegenmaßnahmen ergreifen können. Da es immer auch geschwächte Exemplare gibt, die unter Umständen von der Kommunikation abgeschnitten sind oder als „Eigenbrötler“ keine Verbindung mit einem Pilz eingehen wollten, finden Schädlinge trotzdem meist ein „Opfer“. Die Wurzelverbindungen und Pilze im Boden sorgen zudem für Gerechtigkeit unter den Bäumen. Hat ein Exemplar einen schlechten Standort „erwischt“ und findet dort zu wenig Nährstoffe, wird dieser Mangel über die Wurzeln von den anderen, besser versorgten Bäumen ausgeglichen. Der Stärkere gibt dem Schwächeren etwas von seinen Nährstoffen ab. Denn letztlich sind alle Bäume voneinander abhängig. Sie bilden sozusagen eine Gemeinschaft. Der Verlust eines großen Baumes innerhalb dieser Waldgemeinschaft bringt das Gefüge durcheinander. Schon der veränderte Lichteinfall muss von den Bäumen komprimiert werden. Plötzlich fehlt der Halt des Nachbarn im Kronendach. Da kommt so manch ein Baum ins Wackeln und es dauert bis zu 10 Jahre, bis er wieder sicher steht. Aber zurück zu den Pilzen. Aus dieser unterirdischen Verbindung profitieren beide Partner. Ein Baum mit „Partner“, kann etwa doppelt so viel Stickstoff und Phosphor einlagern wie ein Baum, der keine Kooperation mit Pilzen eingeht. Zusätzlich filtert der Pilz Schwermetalle aus dem Boden, die den Wurzeln des Baumes gar nicht bekommen. Im Gegenzug für die Hilfe, erhält der Pilz Kohlehydrate und Zucker geliefert, die er zum Überleben braucht. Für die Bäume des Waldes gibt es aber noch andere Faktoren, ohne die ein Überleben schwierig wird. Gemeint sind die für uns nicht sichtbaren winzigen Lebewesen, die den Waldboden bevölkern. Diese verspeisen alles, was der Baum so fallen lässt (Blätter, Rindenschuppen, abgestorbenes Holz,...). Diese Kleinstlebewesen wandeln die Abfallprodukte des Waldes in Humus um und sorgen so für wertvolle neue Walderde. Auf diese Weise bilden der Wald und seine Bewohner eine Lebensgemeinschaft, die ohne jede Hilfe von außen perfekt funktioniert. 

Als Beispiel für dieses Zusammenspiel sehen Sie auf dem Bild einen abgestorbenen Baum, der mit seinem großen Hohlraum und der Spechthöhle rechts daneben ein perfektes Quartier für Fledermäuse bietet. 

Annette Hinz   



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