BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Karl der Käfer wurde doch gefragt, ...Sollte man wildlebende Vögel füttern? 

Diese Frage ist schwerlich allgemein zu beantworten, da sich hierüber selbst die Experten streiten. Ich füttere nur bei anhaltendem Frost und Schnee, wobei man auch an frisches Wasser denken sollte.  Die Fütterung unserer Vögel hat zwei positive Aspekte. Zum einen kann sie ein Teil der Umweltbildung vor allem für Kinder sein, sofern man gemeinsam mit ihnen das Treiben am Futterhaus beobachtet und die Vögel zusammen bestimmt. Hierbei kann dann auch festgestellt werden, welche Ansprüche die einzelnen Arten haben. Zum anderen hilft man natürlich den Tieren, die vor allem an sehr kalten Tagen einen erhöhten Energiebedarf haben, um ihre Körpertemperatur aufrecht zu erhalten. Allerdings muss man wissen, dass man nur jenen Tieren hilft, die ohnehin nicht in ihrem Bestand gefährdet sind. Die Individualisten kommen nämlich gar nicht in unsere Gärten. Bei der Fütterung ist, will man den gefiederten Freunden etwas Gutes tun, allerdings einiges zu beachten. Durch mangelnde Hygiene vor allem bei herkömmlichen Futterhäusern kann man ihnen nämlich schaden. Da die Vögel während des Fressens auch Kot hinterlassen, müssen diese Futterstellen regelmäßig gereinigt werden. Vorzugsweise mit heißem Wasser. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich die Tiere mit Krankheiten infizieren. Besser geeignet sind Futterstationen aus Plexiglas. In ihnen bleibt der Inhalt auch bei Regen und Schnee trocken und die Vögel bekommen immer sauberes  Futter. Allerdings sollte auch unter der Futterstation hin und wieder gefegt werden, denn einiges fällt daneben und so fressen die Tiere unter anderem auch das, was auf dem Boden liegt. Für beide Möglichkeiten gilt: nur so viel anbieten, wie innerhalb eines Tages gefressen wird. Man unterscheidet Weichfutterfresser und Körnerfresser. Weichfutter sind z. B. Haferflocken, Rosinen und Obst. Ideal für Rotkehlchen, Zaunkönig und Amsel. Körnermischungen gibt es bereits fertig zu kaufen. Sie eignen sich für Sperlinge, Dompfaff und Zeisig. Meisen, Spechte und Kleiber fressen sowohl als auch.  Optimal ist es, wenn sie den Vögeln durch die richtige Gartengestaltung auch auf natürliche Weise Nahrung anbieten. Hierfür verzichten Sie einfach auf das Schneiden der Stauden im Herbst. Zwischen den Blattachsen und in den vertrockneten Samenständen können Insekten überwintern, die von den Vögeln gerne gefressen werden, weil sie energiereiches Eiweiß enthalten. Auch die Samen einiger Pflanzen dienen als Futter. Wer dann noch heimische beerentragende Bäume oder Büsche in seinem Garten hat, tut viel für unsere gefiederten Freunde. Hier seien nur drei der wichtigsten heimischen Gehölze genannt: Die Eberesche, auch Vogelbeere genannt, bietet 63 Vogelarten Nahrung, der Schwarze Holunder 62 und die Vogelkirsche 48.  Auch davon hängt ab, wann und wieviel Sie füttern sollten. Anzumerken sei noch, dass die Zugvögel, die im Frühjahr nach langer Wanderung entkräftet bei uns ankommen, gegen unsere gut genährten Standvögel keinen guten Start haben im Konkurrenzkampf um die besten Nistplätze.   

Annette Hinz 

 

 

Quelle: http://kg-ploen.bund.net/ueber_uns/ortsgruppe_schwentinental/karl_der_kaefer_wurde_doch_gefragtsollte_man_wildlebende_voegel_fuettern/