Libelle, Foto: Annette Hinz
Wasserfrosch, Foto: Annette Hinz
Teichmolch, Foto: Annette Hinz

Karl der Käfer wurde doch gefragt… 

Gartenteich.
Es ist Sommer, die Luft ist warm und die Sonne scheint. Ihre Strahlen glitzern auf dem Wasser. Die Frösche quaken. Jeder versucht, der Lauteste zu sein, denn es ist Paarungszeit. Die Teichmolche kommen hin und wieder an die Wasseroberfläche, um Luft zu holen oder tummeln sich im Flachwasser. Bienen suchen auf den Blumen nahe am Teich nach Nahrung. Diese Idylle kommt einem Naherholungsgebiet gleich. Hier kann man sich nach einem anstrengenden Tag entspannen. Aber der Gartenteich ist nicht nur Balsam für unsere Seelen, sondern auch ein wichtiger Lebensraum für allerlei Tiere.

Der Wasserfrosch und der Teichmolch lieben sonnige Gewässer mit reichem Pflanzenbewuchs. Auch Libellen bevorzugen besonnte Gewässer. Es sind wahrlich faszinierende Tiere, die fast ihr ganzes Leben in einem Gewässer verbringen und nur für kurze Zeit als bunt schillernder Flugkünstler für uns sichtbar sind. Je größer die Pflanzenvielfalt und je naturbelassener der Teich und das Umfeld, desto größer ist die Libellenvielfalt. Libellen sind geschickte Jäger, die in schnellem Flug oder „auf der Stelle stehend“ anderen Insekten nachstellen. Uns können sie jedoch nichts anhaben, denn sie können nicht stechen. Einige Arten besitzen zwar einen Stachel aber ihnen fehlt die Muskulatur für einen Stich. Libellen fressen als erwachsene Tiere Mücken und andere kleine Insekten und helfen uns so, unsere Abende am Gartenteich relativ Mücken frei genießen zu können. In der Nähe von Gewässern, die für die Eiablage geeignet sind, warten die Männchen auf die Weibchen, um sich mit ihnen zu paaren. Alle Libellen sind während der Paarung voll flugfähig. Die Eiablage erfolgt je nach Libellenart entweder durch den Einstich in lebendes oder totes Pflanzengewebe der Teichvegetation oder durch Abwerfen der Eier ins freie Wasser. Je nach Libellenart kann es bis zu 6 Monate dauern, bis aus den Eiern winzige Larven schlüpfen. Einige Arten leben bis zu 4 Jahre als Larve in einem Teich. In dieser Zeit häuten sie sich immer wieder, um sich ihrem Wachstum anzupassen. Die Überwinterung erfolgt in den Unterwasserpflanzen. Die Larven liegen auf der Lauer nach   Beutetieren, wie Mückenlarven, Wasserkäfer aber auch Kaulquappen. Kommt ein Beutetier in ihre Nähe, erfassen sie es blitzschnell mit ihren Greiforganen, den sogenannten Fangmasken, die sich am Kopf befinden. Ist die Zeit der Entwicklung abgeschlossen, krabbelt die Libellenlarve an den Blättern oder Stängeln der Wasserpflanzen empor. Dies geschieht häufig nachts, um während des Schlüpfens nicht von Vögeln bedroht zu werden. Dort klammert sie sich fest. Auf dem Rücken platzt die Larvenhaut auf und die Libelle schiebt sich heraus, bleibt aber bis zur vollen Entfaltung neben ihrer Hülle hängen. Mit den ersten Sonnenstrahlen fliegt sie dann davon. Die Geburt einer Libelle dauert mehrere Stunden. Weil es kalt und regnerisch war, hing diese Libelle (s. Bild) sogar bis zum Nachmittag an dem Schilfhalm. Befinden sich in einem Teich Fische, haben es die Libellen es allerdings schwer.  

Annette Hinz



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