BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Karl der Käfer wurde doch gefragt… 

Wir legen eine Wiese an.
Wiesen sind wichtige und vielfältige Lebensräume. Sie werden in der Regel, je nach Typ ein bis drei Mal pro Jahr gemäht und verursachen dadurch weit weniger Arbeit als ein Rasen, der wöchentlich gekürzt wird. Je nach Bodenbeschaffenheit, vorhandener Feuchtigkeit, Licht und Schatten unterscheidet man unterschiedliche Wiesentypen. So gedeihen auch nicht überall die gleichen Gräser und Blumen. Leider sind besonders die blumenreichen Wiesen auf Grund der intensiven Beweidung oder häufigen Mahd kaum noch anzutreffen. Früher mähte der Bauer seine Wiesen meist nur drei Mal im Jahr und düngte gar nicht bis wenig.  Ohne große Maschinen zog sich dies über einen längeren Zeitraum hin. Heute werden Wiesen bedingt durch die intensive Düngung bis zu sechs Mal/Jahr gemäht. In einer blumenreichen Wiese leben nicht nur viele Insekten, Spinnen und andere Kleintiere, sie sind ebenso Lebensraum für die Feinde dieser Tiere. Die Spitzmaus, die zu den Insektenfressern gehört, findet dort genauso ein reichhaltiges Nahrungsangebot wie der Grasfrosch und der Igel. Besonders artenreich sind Wiesen auf extrem mageren, schnell abtrocknen Untergründen wie zum Beispiel Sandböden in sonniger Lage. Mir ist in Schwentinental und Umgebung keine solche Gegebenheit  bekannt. Als sich uns die Möglichkeit bot, eine relativ große, nicht mehr benutzte Sandkiste in eine Blumenwiese umzuwandeln, waren wir begeistert. Bedingt durch die Lage bot sich dieses Objekt an, um gemeinsam mit Kindern hier einen Ort für Tiere zu schaffen. Eine Gruppe (Leitung Birgit Reincke) des Evangelischen Kindergartens in Klausdorf war sofort bereit, dieses Projekt mit uns durchzuführen. Mit Spaten und Schaufeln bewaffnet machten wir uns zunächst daran, die Grasnarbe abzutragen und Wurzeln zu entfernen. Die Kinder buddelten eifrig. Sogar die großen Spaten kamen zum Einsatz. Beim Graben fanden die Kinder Regenwürmer und allerlei verschiedene Larven. Vorsichtig wurden die Tiere an anderer Stelle in das Erdreich zurückgesetzt. Schnell war die Schiebkarre voll und wir fuhren die Soden gemeinsam zum Anhänger. Im nächsten Schritt mischten wir Pflanzerde unter den Sand, denn ganz ohne nahrhaften Boden geht es nicht. Die Erde holten wir von der Mülldeponie Rastorf, denn diese enthält keinen Torf. Das Saatgut, bestehend aus heimischen sortenreinen Blumensamen, vermischten wir mit trockenem Sand, um es leichter verteilen zu können. Da es sich bei heimischen Blumensamen fast ausschließlich um sogenannte Lichtkeimer handelt, durften wir beim Festtreten der Fläche die Samen nicht mit Erde bedecken. Je nach Wetter erscheinen die ersten Blättchen bereits nach ca. 3 Wochen und darauf sind sicherlich nicht nur die Kinder gespannt. Gemeinsam werden wir die Entwicklung beobachten.

 

Annette Hinz

Quelle: http://kg-ploen.bund.net/ueber_uns/ortsgruppe_schwentinental/karl_der_kaefer_wurde_doch_gefragtwir_legen_ein_wiese_an/