Karl der Käfer wurde doch gefragt..…

Zur abnehmenden biologischen Vielfalt schreibt  SH-Redakteurin Heike Stüben in der KN vom 7.1.2016 u.a.: „Ob Wildbiene, Bussard oder Küchenschelle - wir dezimieren unsere Umwelt beharrlich und äußerst effizient. Über 30 Prozent aller untersuchten Arten in Deutschland sind gefährdet, hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) festgestellt...Eine Kehrtwende in der Artendezimierung ist nur mit einer kompletten Verhaltensänderung der Verbraucher oder mit viel Geld zu machen. Das erste ist nicht in Sicht. Und ein einzelnes Bundesland kann die Landwirtschaft nicht umbauen in eine Richtung, die heißen müsste: weniger intensiv, bodenschonend, umweltgerecht und dennoch auskömmlich. All die guten Schutzansätze, alle Ausgleichszahlungen vom Land  für Blühstreifen und Co. können nur punktuell wirken. Ohne eine grundsätzlich andere Agrar- und Subventionspolitik der EU wird es deshalb wohl weiter bergab gehen mit der Artenvielfalt.“

Natürlich ist das Problem nur länder- und staatenübergreifend dauerhaft lösbar. Aber die Mühlen der Politik mahlen langsam. Und in manchen Fällen auch gar nicht. Deshalb müssen wir, auch wenn es nur punktuell wirkt, auf unterster Ebene anfangen. Allemal besser, als gar nichts zu tun. Der Bürger steuert durch sein Verhalten. So sollten wir, sofern der Geldbeutel es hergibt, Bio-Produkte kaufen. Bio-Bauern haben nachweislich auf ihren Höfen eine erheblich höhere Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren als es bei der konventionellen Landwirtschaft der Fall ist. Jeder Bio-Bauer bedeutet eine Verbesserung für Natur und Menschen. Ich denke da z.B. an die Glyphosat-haltigen Mittel, die in der konventionellen Landwirtschaft tonnenweise versprüht werden. Sie sind als krebserregend und Erbgut-schädigend eingestuft. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) warnt vor diesen Mitteln, deren Einsatz auf Bio-Höfen verboten ist.

Nachfolgend ein paar Tipps für alle Gartenbesitzer: Schauen Sie doch einfach mal, ob Sie wirklich jeden Quadratmeter Rasen nutzen. Kann nicht ein kleiner Teil zur Wiese werden? Sie werden staunen, wie viele Tiere in einer Wiese leben, auch wenn auf ihr keine Blumen blühen. Pflanzen Sie heimische Gehölze und Blumen. Sie sind unserem Klima angepasst und bieten unseren Tieren Nahrung. Erhalten Sie alte, auch abgestorbene Bäume. Sie sind ein wichtiger Lebensraum. Legen Sie einen Totholzhaufen und einen Steinhaufen an. Sie dienen als Versteck, Winterquartier und Nachtlager. Bieten Sie Nistmöglichkeiten an und entfernen Sie nicht jedes Wildkraut aus den Beeten. So manch eine Pflanze entpuppt sich als Schönheit oder ist in der Küche hilfreich. Verwenden Sie kein Gift in Ihrem Garten, sondern fördern Sie durch eine naturnahe Gartengestaltung die Nützlinge.

Gehen wir jetzt auf die nächste Ebene derer, die etwas tun können, so sei die Stadt genannt. Es gibt immer noch riesige Flächen kurz geschorenen Rasens, der so gut wie nie betreten wird. Hier ist noch großes Potential für neue Wiesen mit vielfältigen Blumen für Bienen und andere Insekten vorhanden. Je größer die Fläche, desto besser. Dazu fällt mir ein Zitat ein: “Hierher, sagen mir Bekannte, bauen wir unser Häuschen. Auf ihrem Grundstück grasen Kühe und Blumen wachsen im Klee. Hier ist noch alles so natürlich, sagen sie, die Luft und der Wald, Hügel und Felder. Hier werden wir wohnen… Ohne euch sag ich, würde es so bleiben.“ (Ludwig Fels).

Wir, nicht nur in Schwentinental, freuen wir uns über jeden, der mal eine Stunde erübrigen kann, um uns zu helfen. Wir kümmern uns um die Fledermauskästen, helfen beim Anlegen von Wiesen, pflanzen Blumen, bauen Nistmöglichkeiten, sprechen mit der Stadtverwaltung, bieten Führungen an und einiges mehr. Ich persönlich habe besondere Freude an der Arbeit mit den Kindern. Wir haben Spaß und jeder macht nur so viel wie er kann.

Annette Hinz



Ihre Spende hilft.

Suche