BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Eine Nisthilfe für Wildbienen.

Unseren Bienen geht es nicht gut. Anfang des Jahres war in der Presse zu lesen, dass auch in diesem Jahr wieder 1000de von Bienen an Milben und Krankheiten gestorben sind. Der Fokus liegt hier jedoch immer auf unseren Honigbienen. Bei den Wildbienen sieht es leider nicht anders aus. Durch unsere aufgeräumte Landschaft fehlt es an Nahrung. Nistmöglichkeiten sind ebenfalls rar. Im April bauten Aktive des BUND Schwentinental im OT Klausdorf eine Nisthilfe für Wildbienen. Das Holz wurde freundlicher Weise vom Bauhof der Stadt zur Verfügung gestellt. Für die Innenausstattung sind die Kinder des evangelischen Kindergartens unter Anleitung der Mitarbeiter des knik hus zuständig. Nisthilfen für Wildbienen sollten immer, wenn möglich nach Süden ausgerichtet sein. Bienen mögen es gern warm und sonnig. Die meisten dieser „Insektenhotels“ stehen direkt an Wanderwegen, damit Sie die Möglichkeit haben, dichter heran zu gehen, um das Treiben der Tiere zu beobachten. Und das können Sie auch ohne Angst tun, denn diese Bienen stechen nicht. Nisthilfen dieser Bauweise werden ausschließlich von Solitärbienen, das heißt einzelgängerisch lebenden Bienen, angenommen. Nach der Begattung ist jedes Weibchen alleine für den Erfolg der Brut verantwortlich. Da diese Bienen ihre Aufgabe nur darin sehen, ihr Erbgut an ihre Nachkommen weiter zu geben, stechen sie nicht, denn dann würden sie ihr Leben verlieren und könnten sich nicht mehr vermehren. Bei vielen Arten ist der Stachel ohnehin zu klein, um die menschliche Haut durchdringen zu können. So ist kein einziger Fall bekannt, dass durch eine Wildbiene bei einem Menschen ein anaphylaktischer Schock aufgetreten ist.

Als Nistmaterial werden je nach Bienenart Hohlstängel, Markhaltige Stängel, Bambusröhrchen, Hartholzklötze, morsche Baumstämme, Baumscheiben aus Hartholz oder andere Materialien benötigt. Hartholzklötze und Baumscheiben sollten zuvor Löcher erhalten die nicht in das Stirnholz, sondern dort, wo die Rinde war gebohrt werden. Diese Löcher haben einen Durchmesser von 2 bis 10 mm und sind so tief, wie der Bohrer lang ist. Besonders wichtig ist, dass die Löcher glatt geschliffen werden, damit die Tiere sich nicht an ausgefasertem Holz die Flügel verletzen. Befindet ein Tier einen Hohlraum für gut, legt es ein Ei, Pollen und Nektar hinein und verschließt das Fach. Danach kommt das nächste Ei und so weiter.  So können, je nach Bienenart bis zu 30 Brutzellen je Hohlraum entstehen. Als Verschlussmaterial verwenden die Bienen unterschiedliche Materialien. Manche Tiere verschließen die Gänge mit dünnen Häutchen, andere mit Pflanzenmaterial, wieder andere mit einem Gemisch aus Lehm und Sand und vieles mehr. So bleibt der Gang verschlossen, bis aus den Eiern Puppen und dann fertige Bienen geworden sind. Zuerst schlüpfen in der Regel die Drohnen (Männchen) die auf die Weibchen warten um sie zu begatten. So beginnt der Kreislauf von neuem. Eine sehr schöne Anleitung für eine Nisthilfe zum selber bauen finden Sie unter „Insektenhotel-BUND Naturschutz in Bayern e. V“.

Wenn Sie über einen sonnigen Balkon in nicht zu großer Höhe verfügen, freuen sich die Bienen zum Beispiel über gebündelte Bambusröhrchen mit einem Innendurchmesser von 3 bis 9 mm. Diese werden jeweils hinter dem Knoten abgesägt und mit einem Draht oder Bohrer ausgeräumt und sonnig, aber geschützt aufgehängt. Weder bei der Nisthilfe, noch bei den Röhrchen auf Ihrem Balkon ist eine große Anzahl von Wildbienen zu erwarten. In der Regel erscheinen nur wenige Tiere. 

Alle, die mehr über das Leben der Wildbienen wissen möchten, laden wir ganz herzlich zu einem Vortrag der Diplom Biologin Birte Pankau aus der Landesgeschäftsstelle des BUND Kiel ein. Der Vortrag findet am 11.6. um 19 h im Bürgerhaus, Seebrooksberg 1 in Schwentinental (OT Klausdorf) statt. (Der Eingang befindet sich an der Dorfstr.). Der Eintritt ist frei. Wir würden uns freuen, Sie dort begrüßen zu dürfen. 

Annette Hinz, BUND

Quelle: http://kg-ploen.bund.net/ueber_uns/ortsgruppe_schwentinental/eine_nisthilfe_fuer_wildbienen/