Insekten helfen der Wissenschaft

Als Insekten bezeichnet man meist sehr kleine Kerbtiere, die aus mehreren Segmenten bestehen. Das sind Käfer, Fliegen, Heuschrecken, Ameisen, Bienen, Libellen, Mücken und Schmetterlinge. In Deutschland gibt es circa 33.500 verschiedene Insektenarten. Etwa drei Viertel davon findet man in Norddeutschland. Damit sind die Insekten die weitaus größte Tierart weltweit. Die meisten unserer Krabbeltiere sind allerdings kleiner als 1 cm und damit für uns in der Regel nicht sichtbar, aber dennoch da und ein  wichtiger Bestandteil unserer Natur. Fast 50 % aller uns überhaupt bekannten Arten stehen auf der Roten Liste und sind somit bestandsgefährdet, extrem selten oder bereits ausgestorben. Dabei haben wir diesen kleinen Tieren viel zu verdanken.

Hier einige Beispiele:

Die Augen der Nachtfalter weisen eine Struktur auf, welche die Reflexion von Licht stark reduziert. Das Licht kann fast vollständig in die Augen eintreten. Dieses machten sich Forscher um die Solarenergie zu Nutze. Sie entwickelten durchsichtige Materialien für Solarzellen mit sehr hoher Lichtausbeute.

Termitenhügel sind bis zu 10 m hoch und haben einen Durchmesser von nicht selten 30 m. Sie sind einzigartige Bauwerke, die oft Millionen von Individuen beherbergen. Durch die Belebtheit entsteht Wärme und CO2. Die Wärme steigt zu einer Art Kuppel auf, kühlt sich dort ab und fällt durch Röhren nahe der Außenfläche wieder hinunter. Durch Poren zwischen diesen Röhren und der Außenfläche entsteht ein Strom und das CO2 wird nach außen abtransportiert. Gemäß diesem Prinzip entwickelten Forscher eine Klimaanlage.

 Schellack und Substanzen auf Schellack Basis werden zum Beispiel für den Überzug von Medikamenten, als Bestandteil von Zeichentusche oder in Lippenstiften benötigt. Der Rohstoff für Schelllack wird von der Lackschildlaus, die auf Bäumen lebt, als Schutz gegen Feinde ausgeschieden. Verlassen die Läuse diesen Bereich, wird die harzige Kruste von dem Baum entfernt und zu Schellack verarbeitet.

 Der Schutzpanzer von Krebstieren besteht aus Chitin. Mit Hilfe einer Lauge entsteht aus Chitin Chitosan, das für Menschen besonders verträglich ist. Chitosan wirkt als Fungizid und Bakterizid, kann Schwermetalle binden, ist blutstillend, vermindert Cholesterin und dient zur Herstellung von Filtermaterial für Kläranlagen.

 Es gibt viele Insekten, die hervorragend fliegen können. Jedes hat seine eigene Technik entwickelt. Alle nutzen für ihren Flug Luftwirbel. Diese wurden vom Menschen erforscht und haben dazu beigetragen, technische Störungen in Systemen unserer Flugzeuge insbesondere bei Turbulenzen zu beheben.

 In etwa 1000 m Meerestiefe lebt ein Krebs mit besonderen Augen. Mit seinen Augen kann er siebzehnmal heller sehen als ein Fisch. Diesen speziellen Aufbau haben sich Forscher zum Vorbild genommen, um optische Geräte her zu stellen.

 Nach dem Vorbild der Stabschrecken wurden Roboter entwickelt, die selbst in unwegsamen Gebiet einsetzbar sind. Die Stabschrecken besitzen sechs Beine, von denen immer drei zur gleichen Zeit den Boden berühren (Gleichseitiges Dreieck). Der Schwerpunkt der Schrecke liegt immer in der Mitte des Dreieckes. Nach diesem Prinzip funktioniert auch die Fortbewegung der Roboter, die sogar nach einem Sturz selbstständig wieder aufstehen können.

Bienen haben zwei besondere Eigenschaften: Sie sammeln emsig und fliegen immer wieder zu ihrem Nest zurück. So kann man über ein bestimmtes Gebiet Bienenstöcke verteilen und nach einer genauen Untersuchung der zurück kehrenden Bienen feststellen, welche Schadstoffe in den von ihnen gesammelten Pollen vorhanden sind.

 Den Wespen haben wir es zu verdanken, dass es Papier gibt. Sie nagen Holz ab, zerkauen es und vermischen es mit Speichel. Nimmt man statt des Speichels Kleister, erhält man haltbares Papier. Dies sind nur einige Beispiele aus der interessanten Welt der Insekten.

Mein Buchtipp zu diesem Thema: „Unsere Welt ohne Insekten?“ von Mario Markus.

Der Autor zeigt auf, wie unentbehrlich diese kleinen Lebewesen für uns sind. Leider sind schon sehr viele Insekten ausgestorben, bevor man sie erforschen konnte. Wer weiß, wieviel Wissen uns bereits verloren gegangen ist?

Annette Hinz



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